Vitalpilze in der TCM

Vitalpilze werden auch als Heilpilze bezeichnet. Sie bieten eine Vielfalt an Spurenelementen, Mineralien, Vitaminen, Aminosäuren, Enzymen und Polysacchariden, welche unseren Stoffwechsel beeinflussen. Im Falle von Krankheiten bieten sie unserem Immunsystem eine Hilfe zur Selbsthilfe. Einige Vitalpilze und ihre spezifischen Wirkungen sind bereits seit vielen Jahren fest in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) in Form der Mykotherapie verankert.

TCM – die wesentlichen Prinzipien

Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Bei diesem steht der unbehinderte Fluss der Körperenergie, Qi genannt, im Fokus. Das Naturheilkundeverfahren entwickelte sich bereits vor mehreren tausend Jahren im ostasiatischen Raum einschließlich China und wurde im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus durch den Konfuzianismus und den Taoismus beeinflusst. Die TCM, welche in europäischen Ländern seit den 1970er Jahren einen regelrechten Boom erfährt, kennt fünf Haupttherapieformen: Kräuter- oder Phytotherapie (Arzneitherapie), Akupunktur und Moxibustion, spezielle lokale Manipulationen (Tuina-Massage), Bewegungstherapie (Qigong) und spezielle Ernährung (Diätetik). Alle Therapieformen haben letztlich das Ziel, den gestörten Energiefluss wiederherzustellen.

Was unterscheidet Vitalpilze von anderen Pilzen?

Vital- oder Heilpilze sind teilweise auch ausserordentlich schmackhafte Speisepilze wie etwa Shiitake, Pleurotus oder der Agaricus. Bei Vitalpilzen stehen aber nicht der Geschmack im Vordergrund, sondern die sogenannten sekundären Inhaltsstoffe. Diese nehmen Einfluss auf unseren Stoffwechsel und sind zum Teil essenziell. Essenziell bedeutet, dass unser Körper diese nicht selbst herstellen kann und daher auf deren Zufuhr angewiesen ist. Fast alle Vitalpilze bieten eine reichliche Auswahl an Mineralien, Spurenelementen, essenziellen Aminosäuren, Vitaminen und Enzymen. Die spezifischen Wirkungen, die Vitalpilze voneinander unterscheiden, liegt in ihrem Gehalt an Polysacchariden und Triterpenen sowie an weiteren Substanzen, die als Vorstufen für Hormone gelten. Das Immunsystem wird gleichermaßen gefördert und trainiert.

Wie werden Vitalpilze in der TCM konkret verwendet?

In der TCM spielt seit mehr als 2000 Jahren der Heilpilz Reishi (Glänzender Lackporling) eine Sonderrolle. Der Pilz wird in China auch als "Pilz der Unsterblichkeit" bezeichnet. In der TCM wird er für folgende Organe angewendet: Magen, Milz, Lunge, Leber, Nieren und Herz. Reishi bringt Qi und das Blut wieder in Fluss. Er hilft bei einer Vielzahl von Krankheiten.

Der Shiitake (König der Heilpilze) wird in der TCM ähnlich vielseitig eingesetzt, vor allem bei Leber- und Herzleiden.

Coriolus sorgt laut TCM für eine Wiederherstellung des Energieflusses und hat positive Auswirkungen auf die Milz und den Verdauungstrakt. In der modernen TCM wird Coriolus bei Leber- und Nierenerkrankungen sowie bei Asthma und rheumatischen Beschwerden eingesetzt sowie zur Stimulierung und Modulierung des Immunsystems. Coriolus wird in der modernen TCM auch bei vielen Krebserkrankungen als begleitende Therapie zur Chemotherapie und zur Unterdrückung einer Metastasierung.

Der Polyporus umbellatus wird traditionell in der TCM zur Verbesserung des Harnflusses und der Lymphe verabreicht. Bewährt hat er sich auch bei Wundinfektionen wegen seiner stark antibakteriellen Wirkung. Bereits die Gletschermumie "Ötzi" führte einen mit dem Polyporus eng verwandten Birkenporling mit sich. Einige weitere Vitalpilze, die bereits in der ursprünglichen TCM in der Arzneitherapie bekleideten, werden in der TCM sowohl bei akuten wie auch bei chronischen Beschwerden eingesetzt.

Eine Übersicht über alle gängigen Vitalpilze und ihre Wirkungen finden Sie auf dieser Seite.