Coprinus – der Vitalpilz mit blutzuckersenkender Wirkung

Der Coprinus comatus, unter Pilzkennern auch als Schopftintling bekannt, ist ein Vital- oder Heilpilz, der nicht nur die vollständige Palette an essentiellen Aminosäuren bereit hält, sondern auch noch eine Vielzahl von Enzymen und Mineralstoffen bietet. Als Heilpilz kommt er über seine blutzuckersenkende Wirkung vor allem zur Behandlung im Bereich Diabetes 2 zum Einsatz. Es sind vor allem die komplexen Glykoproteine, als Lektine bezeichnet, die eine blutdrucksenkende Wirkung entfalten und günstigen Einfluss, bzw. heilende Wirkung, auf den Verlauf der Diabetes 2 nimmt, unter bestimmten Bedingungen auch bei Diabetes 1.

Was sind Vital- oder Heilpilze?

Vital- oder Heilpilze unterscheiden sich von "normalen" Speisepilzen und von anderen Nahrungsmitteln dadurch, dass sich ihre physiologische Bedeutung weniger auf ihre Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate bezieht, sondern auf ihre sogenannten Mikronährstoffe oder sekundären Inhaltsstoffe wie Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme, Vitamine und andere Substanzen, die eine Bedeutung für den hochkomplexen menschlichen Stoffwechsel haben.

Als besonders bedeutsam und wertvoll gelten nicht nur sekundäre Inhaltsstoffe, die direkten Einfluss auf definierte Krankheitserscheinungen nehmen, sondern auch solche, die eine breite systemische Wirkung entfalten und damit das Immunsystem stärken und unterstützen oder entgiftend auf den Körper wirken. Ebenso zählt die Unterstützung des Immunsystems hinsichtlich der Erkennung entarteter Zellen (Krebszellen) und ihrer Bekämpfung durch Nahrungsentzug oder eines eingeleiteten Zelltodes (Apoptose) dazu wie auch die "Einbremsung" des Immunsystems bei überbordender allergischer Reaktionen oder bei Autoimmunreaktionen.

Pharmazeutische Medikamente enthalten meist nur einen einzigen, spezifischen, Wirkstoff, der im Organismus eine bestimmte Wirkung erzielen soll. Das entspricht einer eindimensionalen Wirkung unter Außerachtlassung von Wechselwirkungen. Im Gegensatz dazu enthalten Vitalpilze und andere Heilpflanzen meist mehrere Wirkstoffe in mehreren biologisch aktiven oder inaktiven Kombinationen, die teilweise synergetisch wirken und dem Körper ermöglichen, an mehreren biochemischen Prozessen gleichzeitig zu arbeiten. Es handelt sich sozusagen um eine Hilfe zur Selbsthilfe für das Immunsystem. Der Nachteil, dass Vital- und Heilpilze die biologisch wirksamen Stoffe je nach Wachstumsbedingungen in natürlich schwankender Konzentration enthalten und eine genaue Dosierung schwierig erscheint, kann durch Rückgriff auf Extrakte in Form von Tabletten, Tropfen, Tinkturen, Säften oder Cremes kompensiert werden.

Coprinus cornatus: der Vital- und Heilpilz mit Einsatzgebiet Diabetes

Der in Europa heimische Coprinus cornatus – auch bekannt als Schopftintling, Porzellantintling oder Spargelpilz - gehört zur Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae). Er ist jung ein ausgezeichneter Speisepilz, der sich allerdings nach dem Ernten nicht lange hält, weil er sich dann zersetzt und in einer tintenartigen schwarzen Flüssigkeit zerfließt. Das erklärt wahrscheinlich seinen geringen Bekanntheitsgrad. Der Pilz lebt nicht nur von abgestorbenem Pflanzenmaterial, sondern auch nematophag, also von kleinen Fadenwürmern (Nematoden), die im Boden leben und die der Coprinus mit speziellen Fortsätzen an seinem Myzel einfängt, mit Gift abtötet und mit seinem Myzel besiedelt und verdaut.

Der Coprinus ist besonders reichhaltig an Mikronährstoffen. Alle 20 verschiedenen proteinogenen Aminosäuren, einschließlich der 8 essentiellen Aminosäuren, hält der Pilz bereit. Darüber hinaus ist er reich an bioverfügbaren Metallionen wie Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink und Vanadium. Auch der Gehalt an Vitamin C und Vitaminen aus dem B-Komplex wie Niacin (B-3), Thiamin (B-1) und Riboflavin (B-2) ist hoch.

Das besondere Einsatzgebiet des Pilzes liegt in seiner blutzuckersenkenden Wirkung, die seine Verwendung zur Behandlung von Diabetes Typ 2 und teilweise auch des Typs 1 begründen. Diese spezielle Wirkung des Schopftintlings ist auf seinen Gehalt an spezifischen Lektinen zurückzuführen. Lektine sind Glykoproteine, die bestimmte Kohlenhydratstrukturen binden und sich an bestimmte Zellmembrane binden können, um von dort in wichtige Zellvorgänge wie Zellteilung und Proteinsynthese einzugreifen. Es wurde in Untersuchungen nachgewiesen, dass die blutzuckersenkende Wirkung nach Verzehr des Pilzes über mehrere Stunden anhält, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. Die blutzuckersenkende Wirkung und die Erhöhung der Glucosetoleranz bietet einen besonderen Schutz und Vorbeugung gegen Diabetes mellitus, Typ 2, weil der Anreiz zu übermäßiger Insulinproduktion wegfällt oder eine bereits vorhandene oder beginnende Insulinresistenz durch die Wirkung der Pilz-Lektine überspielt wird und zu einer Regeneration des Regelkreises Glucosespiegel-Insulinproduktion beiträgt. Bei einem Diabetes mellitus, Typ 1, sind die Insulin produzierenden Zellen in den Langerhans'schen Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört und können kein Insulin mehr produzieren. In den Fällen, in denen die Ursache nicht in einem genetischen Defekt oder einer frühen Virusinfektion liegt, sondern Autoimmunreaktionen vorliegen, können die Pilz-Lektine unter Umständen die Reaktionen des Immunsystems "einbremsen", so dass sich die Insulin produzierenden Zellen wieder teilweise regenerieren können. Vielfach werden Extrakte des Vitalpilzes als begleitende Therapie bei der Behandlung von Diabetes eingesetzt.

Der blutzuckersenkende Effekt kann auch Wirkung bei Zellen bösartiger Sarkome zeigen, da deren Versorgung mit Glucose reduziert wird. Im Jahr 2007 wurde in einer Studie nachgewiesen, dass ein Extrakt aus Coprinus cornatus den Stoffwechsel von Zellen hormonabhängiger Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs beeinträchtigen kann. In der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) wird Coprinus zur Förderung der Verdauung und zur Vorbeugung gegen Hämorrhoiden eingesetzt.

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