Agaricus als "Immunstimulans"/"Immunmodulator"

Der Vitalpilz Agaricus, dessen vollständiger Name Agaricus Blazei Murill (abgekürzt ABM) lautet, ist im tropischen Regenwald Brasiliens beheimatet und wird auch als Sonnen-, Lebens- oder Mandelpilz bezeichnet. Er gehört zu der Familie der Egerlinge oder Champignons und weist einen typisch mandelartigen Geruch auf. Bestimmte Inhaltsstoffe – vor allem seine Beta-Glucane – stärken unser Immunsystem und wirken als Immunstimulans und Immunmodulator. Der Pilz, bzw. Extrakte aus dem Pilz, werden unter anderem bei Krebs- und Autoimmunerkrankungen eingesetzt.

Was sind Vitalpilze?

Bei "normalen" Speisepilzen und anderen Nahrungsmitteln liegt ihr physiologischer Wert hauptsächlich auf der Verfügbarkeit der drei Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Im Gegensatz dazu beruht der ernährungsphysiologische Wert der Vitalpilze hauptsächlich auf ihren Mikronähstoffen, soweit sie für den menschlichen Stoffwechsel Bedeutung haben. Es handelt sich um Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Enzyme, die unser Körper benötigt, um sein hochkomplexes Stoffwechselprogramm zu bewältigen einschließlich der Gesunderhaltung. Dazu zählt auch die Stärkung des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitskeimen und die Entgiftung des Körpers im Falle einer Schwermetallbelastung oder einer Vergiftung. Ebenso dazu gehört auch die aktive Tumorerkennung und –bekämpfung durch das Immunsystem sowie die Erkennung einer Entgleisung des Immunsystems, die sich in Allergien oder Autoimmunreaktionen zeigen.

Der wesentliche Unterschied zwischen Vitalpilzen und gezielt wirksamen Medikamenten besteht darin, dass Medikamente meist nur einen einzigen Wirkstoff in einer spezifischen und definierten Form enthalten, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen, während Vitalpilze und andere Heilpflanzen mehrere bis viele Wirkstoffe in einer breiten Vielfalt enthalten, die häufig synergetisch wirken und es dem Körper ermöglichen, an mehreren biochemischen Prozessen gleichzeitig zu arbeiten. Ein weiteres Merkmal der Wirkstoffe von Vitalpilzen besteht darin, dass ihre Inhaltsstoffe meist systemische Wirkungen auf viele Stoffwechselvorgänge haben und dem Körper sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe gewähren. Das trifft vor allem bei der Unterstützung des Immunsystems zu. Das Immunsystem kann in der Abwehr akuter Infektionen oder akuter Tumorbildungen gestärkt oder auch bei überschießenden allergischen Reaktionen "eingebremst" werden. Ebenso kann das Immunsystem bei fehlgeleiteten Autoimmunreaktionen neu moduliert werden, um die gegen den eigenen Körper gerichteten Reaktionen einzudämmen oder sogar vollkommen zu unterbinden.

Ein Nachteil pflanzlicher Vitalstoffe liegt in ihrer nur ungenauen Dosierbarkeit, wenn die Pflanzen oder Pilze direkt verzehrt werden, weil der Gehalt an Wirkstoffen natürlichen Schwankungen unterliegt. Einen Ausweg bieten Extrakte aus den Pilzen oder Pflanzen, die eine definierte Menge der Wirkstoffe enthalten und die in Form von Tabletten, Tropfen, Tinkturen, Säften oder Cremes angewendet oder eingenommen werden können.

Kurzer Exkurs in die Welt des Immunsystems

Unser Immunsystem dient dazu, eindringende Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze) zu erkennen und unschädlich zu machen sowie entartete eigene Zellen (Krebszellen) zu erkennen und zum Absterben zu bringen, bzw. am Wachstum zu hindern. Dabei wird zwischen der angeborenen und der erworbenen oder adaptiven Immunabwehr unterschieden. Die angeborene Immunabwehr ist bei jedem Individuum genetisch festgelegt und spielt bei unspezifischen Reaktionen auf Entzündungen eine Rolle. Sie kann sehr schnell – innerhalb weniger Minuten – reagieren. Der adaptive Teil des Immunsystems arbeitet mit dem angeborenen eng zusammen, kann sich aber auf eine Vielzahl "neuer" Erreger einstellen und bei einer überstandenen Infektion Antikörper bilden, die bei einer nochmaligen Infektion mit dem gleichen Erreger (Virus) das Immunsystem sofort in die Lage versetzt, die Infektion zu überwinden.

Ein wichtiger Teil der Immunabwehr sind die Makrophagen, die eingedrungene Bakterien, auflösen (Phagozytose) und abtransportieren können. Die Makrophagen arbeiten dabei eng zusammen mit den B- und T-Lymphozyten, die den Hauptteil des adaptiven Immunsystems ausmachen. Die B- und T-Zellen patroulieren im gesamten Körper in fast allen Geweben und schlagen Alarm, wenn sie Anzeichen einer Infektion erkennen und holen Hilfe herbei (T-Helferzellen), wenn sie nicht selbst eingreifen können.

Wie stimuliert Agaricus das Immunsystem?

Neben einer Vielzahl von Mineralstoffen, Vitaminen, essentiellen Aminosäuren, Spurenelementen und sekundärer Pflanzenstoffe, enthält der Vitalpilz Agaricus (ABM) spezifische Beta-D-Glucane, die zu den effektivsten bekannten Immunstimulanzien gezählt werden. Beta-Glucane sind Mehrfachzucker (Polysaccharide), die aus einheitlichen oder unterschiedlichen Zuckermolekülen aufgebaut sind und je nach Zusammensetzung Bestandteil pflanzlicher Zellwände oder der von Pilzen sind. Einige spezielle Beta-Glucane wie das Beta-(1-3)-D-Glucan und das Beta-(1-6)-D-Glucan sind in ABM in hohen Konzentrationen vorhanden und spielen eine außerordentliche Rolle bei der Kräftigung und Aktivierung des Immunsystems.

Die Makrophagen des Immunsystems- auch große Fresszellen genannt – haben spezifische Andockstellen für Beta-(1-3-D) und Beta (1-6-D)-Glucan, so dass die Makrophagen alarmiert und aktiviert werden. Über die Lymphbahnen alarmieren sie das gesamte Immunsystem darüber wo Hilfe zur Wundheilung, zur effektiven Abwehr eingedrungener Krankheitskeime oder zur Bekämpfung sich verselbständigender Krebszellen benötigt wird.

Darüber hinaus enthält der Pilz eine Reihe von hochwirksamen Antioxidantien und Radikalfänger sowie Ergosterin und Ergosterol, einer Vorstufe für Vitamin D, das der Körper unter Einwirkung des Sonnenlichts zu Vitamin D umwandeln kann. Ergosterol wirkt dämpfend auf die Ausbildung neuer Blutgefäße bei Tumorzellen, so dass diese mangels Nährstoffen absterben können. ABM weist einen hohen Gehalt an weiteren Enzymen wie Katalase und Tyrosinase auf. Katalase ermöglicht die Umwandlung von Wasserstoffperoxid in Wasser (H2O) und molekularen Sauerstoff (O2) und schützt damit den Organismus vor seiner schädigenden Wirkung. Die Tyrosinase ist zusammen mit weiteren Enzymen verantwortlich für den Aufbau von Melanin an der Membran der Melanozyten in der Haut als Schutz vor UV-Schäden.

Anwendungsgebiete für Agaricus

Die Vielzahl der biochemisch aktiven und systemisch wirksamen Substanzen des ABM, speziell die Wirksamkeit als Immunstimulans und Immunmodulator, begründen das breite Einsatzspektrum des Pilzes. In erster Linie ist seine Anwendung in der alternativen oder begleitenden Krebstherapie hervorzuheben. In Japan ist ABM offiziell zur Krebsbehandlung zugelassen. Eine Krebsbehandlung mit ABM kann auch Wirkung in Fällen zeigen, in denen weder Operation noch eine Chemotherapie möglich sind, falls die Neubildung von Gefäßen in den Tumorzellen durch das enthaltene Ergosterol verhindert werden kann.

Weitere Einsatzgebiete für eine Behandlung mit ABM sind Geschwüre, Infektionen, Strahlenbelastungen und Nervenkrankheiten wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson und Alzheimer. Auch im Einsatz gegen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto) und der Bauchspeicheldrüse (Diabetes Typ 1) wurden positive Ergebnisse erzielt. In den USA wird ABM zur unterstützenden Behandlung bei HIV eingesetzt.

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